Haus der Jugend erhält den Jugendpreis 2017 des Landkreises St. Wendel

Feierliche Preisverleihung im „impuls“ der Stiftung Hospital

„Jugend gegen Benachteiligung“ war das Motto des Jugendpreises 2017 des Landkreises St. Wendel. Diskriminierung, Mobbing, Schikane, Rassismus – alltägliche Situationen, denn Benachteiligung hat viele Gesichter.

Das Haus der Jugend bewarb sich mit der Projektidee „wenn Handicaps keine Rolle spielen“. Zum Selbstverständnis des Haus der Jugend gehört schon immer, die Integration von Jugendlichen mit Behinderungen genauso dazu, wie die Prävention von daraus entstehenden Benachteiligungen oder gar Diskriminierungen. Im Projektantrag wurde die Entwicklung eines geistig und körperlich Behinderten männlichen Jugendlichen im Haus der Jugend aufgezeigt.

Dieser Jugendliche hat eine Missbildung des linken Arms seit der Geburt, was ihn im Alltag sehr einschränkt. Er hat im Haus der Jugend alle verfügbaren Spielgeräte ausprobiert und sich auch nicht gescheut an Turnieren im Tischkicker, Dart oder Playstation teilzunehmen. Auf Grund seines körperlichen Handicaps tat er sich damit aber schwer und es stellten sich keine Erfolgserlebnisse ein.                                     

Das änderte sich als er das Billard spielen für sich entdeckte. Hier entwickelte er einen großen Ehrgeiz und erfand eine für ihn geeignete, spezielle Spielhaltung des Queue. Die normalerweise übliche Haltung des Queue mit zwei Händen kam für ihn nicht in Frage. Das Haus der Jugend kaufte ihm einen extra leichten Billardqueue, da die üblichen Queues für ihn zu schwer waren.

Nach anfänglichen Fehlschlägen entwickelte er einen enormen Ehrgeiz übte von nun an fast täglich. In der ersten Zeit spielten die Mitarbeiter ständig mit ihm, gaben ihm Tipps und motivierten ihn dran zu bleiben. Er fand auch unter den anderen jugendlichen Besuchern immer einen Spielpartner zum üben, die ihn ebenfalls motivierten. Sein Handicap spielte dabei niemals eine Rolle. So entwickelte er sich langsam von einem anfangs schlechten Billardspieler, immer weiter zu einem besseren Spieler. Er nahm regelmäßig an den HdJ Billard-Turnieren teil, die monatlich stattfinden. Schied er anfangs in der 1. Runde aus, wurde es von Monat zu Monat besser. Im Oktober 2017 hatte er dann das unfassbare geschafft und gewann zum 1. Mal das Billard-Turnier.

Das war erlebbar ein besonderer Tag für ihn, auch die Gratulationen der anderen Mitspieler taten ihm gut. In der Jahresrangliste schob er sich damit auf den 2. Platz und gehörte nun zu den drei besten Billardspielern im Haus der Jugend.

Diese Entwicklung des Jugendlichen mit Handicap zeigte den anderen Jugendlichen im Haus der Jugend, Anders sein heißt nicht gleich Benachteiligt sein. Es geht nicht nur darum zu gewinnen, sondern um das Miteinander.

Die feierliche Preisverleihung des Jugendpreises fand durch Landrat Udo Recktenwald in den Räumen des Kultur- und Bildungszentrums „impuls“ der Stiftung statt. In Anwesenheit des Kuratoriumsvorsitzenden und Bürgermeister der Stadt St. Wendel, Peter Klär, wurde das Haus der Jugend bereits zum dritten Mal mit dem Jugendpreis des Landkreises ausgezeichnet.

„Selbstbewusstsein, ein Selbstwertgefühl und dadurch Erfolge bekommen Kinder und Jugendliche im Haus der Jugend vermittelt“, sagte der Landrat in seiner Laudatio.

Hospitaldirektor Dirk Schmitt dankte den Mitarbeitern sowie den Hauptakteuren im Haus der Jugend für ihre tolle Arbeit und ihr Engagement, Benachteiligungen offensiv entgegen zu treten. „Es ist toll zu sehen, welche Gemeinschaft entstehen kann, wenn Jugendliche an einem Strang ziehen und es schaffen, Vorurteile über Bord zu werfen“, so Schmitt.

Finanziell dotiert ist der Jugendpreis mit 500 €, zur Verfügung gestellt von der Kreissparkasse St. Wendel, deren neuer Vorstandsvorsitzender, Dirk Hoffmann, es sich nicht nehmen ließ, den Preis persönlich zu überreichen und sich auch zugleich ein Bild von den verschieden Angebotsformen und Dienstleistungen der Stiftung Hospital zu machen.