Anbetung der Nazarethschwestern in der Hospitalkirche

Eine der wichtigsten Aufgaben der indischen Ordensschwestern ist neben ihrem täglichen Dienst in unserer Stiftung und im Marienkrankenhaus das Gebet. Die Schwestern beten in den unterschiedlichen Anliegen der Kirche, der Welt und auch der Pfarrgemeinde. Ein Höhepunkt ist für die Schwestern, wenn sie einmal jährlich in ihrer großen Gemeinschaft zusammenkommen und den ganzen Tag Anbetung halten. Auf Bitte und Vorschlag der hiesigen Oberin, Schwester Lismaria, fand der Tag der Ewigen Anbetung erstmals in unserer Hospitalkirche statt. Festlich hatten unsere Schwestern die Hospitalkirche mit Blumen geschmückt und den Altar zu einer Festtafel gestaltet.

Bereits schon um 7.00 Uhr feierte Pastor Klaus Leist mit den Schwestern, die aus den beiden anderen saarländischen Stationen Püttlingen und Ottweiler angereist waren, eine feierliche Eucharistie. Die Schwestern gaben diesem Gottesdienst eine besondere Note, indem sie ihn musikalisch in ihrer indischen Muttersprache Malayalam mitgestalteten. Thema des Gottesdienstes war „Gott anschauen und sich von ihm anschauen lassen.“ Pastor Leist erzählte in seiner Predigt folgende Begebenheit: Eine der großen und bis in unsere Tage hinein unvergesslichen Glaubensgestalt ist und bleibt der heilige Pfarrer von Ars. Eine von Statur her kleine, aber dennoch beeindruckende Persönlichkeit, die an ihrer Vorbildhaftigkeit nichts verloren hat. Von ihm wird berichtet, dass er über einen längeren Zeitraum einen einfachen Bauern aus seiner Gemeinde beobachtete, der oft täglich stundenlang regungslos in seiner Kirche saß, ohne Buch und Rosenkranz in den Händen zu halten. Sein Blick war unablässig auf den Altar und den Tabernakel gerichtet. Eines Tages fragte Johannes Maria Vianney den Mann: „Was tust du denn hier die ganze Zeit über?“ Der Bauer gab zur Antwort: „Ich schaue Ihn an, er schaut mich an. Das ist genug.“ Diese Begegnung muss einen bleibenden Eindruck auf den Pfarrer von Ars gemacht haben, denn wir wissen aus seiner Biografie, wie sehr er mit der Eucharistie und der täglichen Anbetung verbunden war und dass hier die eigentliche Kraftquelle seiner Verkündigung, seiner Seelsorge und seines priesterlichen Handelns begründet liegt. So kann er von dem unendlich liebevollen Blick Jesu sprechen, den er für alles, was ihn bedrückt und worunter er leidet, als heilend und ihn niemals verurteilend empfindet. Er hat verstanden, dass Jesus ihn nie aus der Monstranz von oben herab anschaut, sondern ihn in den tiefsten Wurzeln seiner Seele heil machen will. So schreibt er einmal: „Bei ihm einfach in Liebe zu verweilen, das ist alles, was ich tun müsste: Mich von ihm lieben zu lassen, seinen Blick der Liebe auf mich ruhen zu sehen.“ Pastor Leist bat die Schwestern, an diesem Tag vor allem auch für die Pfarrgemeinde St. Wendel wie auch für die Bewohner der Stiftung und für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu beten.

Dieser Gebetstag endete mit einer feierlichen Vesper um 17.30 Uhr, die Pater Joachim mit den Schwestern feierte.

Nicht nur die Schwestern haben an diesem Tag gebetet, sondern auch etliche Gläubige aus der Pfarrgemeinde und auch von unseren Bewohnern haben die Gelegenheit wahrgenommen und die Schwestern in ihrem Gebet unterstützt.